Erde, Planet des
Lebens

Im Vergleich ist die Erdkruste nicht viel dicker als die Schale eines Hühnereis, das Eiweiss entspricht dem Erdmantel und das Eigelb dem Erdkern.

Grösse und Masse

Unsere Erde ist der 3. Planet mit einem Abstand zur Sonne von ca. 150.000.000 km. Dies entspricht 1 AE (= Astronomische Einheit). Die Erde hat einen Durchmesser von 12.760 km. Unser Planet besitzt keine ideale Kugelform: Er ist am Äquator leicht ausgebeult und an den Polen etwas abgeflacht. Die Differenz (auch "Abplattung" genannt) beträgt ca. 40 km, ausserdem ist die südliche Hälfte stärker gewölbt als die nördliche.

Der Erdumfang beträgt 40.070 km. Man wäre 19 Tage unterwegs, wollte man die Erde mit einem 88 km/h schnellen Auto umrunden.

Monde

1 Mond, Entfernung Erde-Mond: 384.000 km, Durchmesser: 3.476 km, Masse: 0,0123fache Erdmasse, Oberflächentemperatur: +120 Grad Celsius auf der sonnenbescheinten Tagseite , -170 Grad Celsius auf der unbeleuchteten Nachtseite, Umlaufzeit unseres Trabanten um die Erde: 29,53 Tage. Das Grössenverhältnis von Planet und Mond zueinander ist das zweitgrösste im gesamten Sonnensystem, weshalb man das Erde-Mond-System auch gelegentlich als Doppelplanet bezeichnet.

Atmosphäre und Oberfläche

Die Oberflächentemperaturen schwanken zwischen -88 Grad Celsius (gemessen in Sibirien) und +58 Grad Celsius (Death Valley, Kalifornien). Die Temperatur im Erdkern misst ca. 10...12.000 Grad Celsius bei einem Druck, der etwa 3 Millionen mal so stark ist wie der Luftdruck in Meereshöhe.

Im Grunde genommen ist die Erdkruste nicht viel dicker als die Schale eines Hühnereis, das Eiweiss entspricht dem Erdmantel und das Eigelb dem Erdkern. Diese "Eierschale" ist unter den Ozeanen gerade 8 km, unter den Kontinenten bis ca. 40 km dick darunter folgt ein ca. 2.000 km dicker Mantel, im Inneren ein schmelzflüssiger Kern aus Eisen und Nickel.

Aufgrund dieser Erdkerneigenschaften wird durch "elektrodynamische" Kräfte ein relativ hohes Magnetfeld erzeugt, welches in Wechselwirkung mit dem sog. Sonnenwind tritt. Dadurch werden wir vor harter elektrischer Partikel-Einstrahlung von der Sonne geschützt. Bei hoher Sonnenaktivitaet können elektrisch geladene Teilchen über das Erdmagnetfeld an den Polen in die Atmosphäre eindringen und dort Leuchterscheinungen hervorrufen. Dieses Phänomen nennen die Astronomen "Polarlichter", wir hier auf der Nordhalbkugel der Erde nennen sie daher auch "Nordlichter". Sie sind vorzugsweise in den Polarregionen der Erde zu sehen, etwa in Skandinavien, aber manchmal sind besonders starke Nordlichter auch in Deutschland zu sehen.

Nahezu 70% der Erdoberfläche besteht aus dem Wasser der Ozeane, daher auch der Name: der "blaue Planet". Die Ozeane speichern 97% des irdischen Wassers, sie haben einen Salzgehalt, der dem 3fachen Salzgehalt unseres Blutes entspricht. Sie sind, als Wärmespeicher, entscheidend an der Bildung des Wetters beteiligt.

Die Erde hat als einziger Planet eine Atmosphäre aus 21% Sauerstoff und 78% Stickstoff. Sie kreist mit einer Geschwindigkeit von 30 km/sec um die Sonne. Bei diesem Weg beschreibt sie eine leicht elliptische Form d.h. sie bewegt sich leicht "eiförmig" um die Sonne. Hierbei spielen allerdings die unterschiedlichen Entfernungen für unser Erdklima keine Rolle: Im Winter sind wir "nur" 147 Millionen km von der Sonne entfernt, im Sommer 152 Millionen km.

Die, astronomisch gesehen, "läppische" Differenz von 5 Millionen km hat keine Auswirkungen, da unser Klima von der Schrägstellung der Erdachse auf der Ekliptik (=Erdbahnebene) abhängig ist. Dieser Neigungswinkel beträgt zur Zeit 23,5 Grad. Im Sommer zeigt die Erdachse der nördlichen Halbkugel daher in Richtung Sonne, im Winter zeigt sie davon weg, so dass auf der südlichen Halbkugel der Erde die Strahlen steiler auftreffen, dort ist Sommer.

Historisches und Sonstiges

Montag ist zwar nicht Tag der Erde, aber zumindest der ihres Trabanten: des Mondes. Dies Lunä (Latein), lundi (Französisch), Monday (Englisch), manadagr (Altnordisch) sowie Lunes im Spanischen weisen sprachlich darauf hin.

Wir nennen es "Raumfahrt", wenn wir die Distanz bis zum Mond von 384.000 km = ca. 1,2 Lichtsec. überwinden. Wie lachhaft wird dieser "Katzensprung", der doch ein "grosser Schritt für die Menschheit" war, wenn man sich die Distanzen von Merkur, Venus oder gar Saturn ansieht. Von dem äussersten Planeten, Pluto, wollen wir nicht reden, erst recht nicht von Sternen ausserhalb unseres Sonnensystems, die sich tatsächlich im "Raum" befinden. Wir sollten sicherlich bescheidener werden im Umgang mit solchen Begriffen, zeigen wir doch sonst ungewollt, wie anmassend wir mit der "Umwelt" umgehen, so, als seien wir doch das Zentrum des Weltalls und als drehe sich alles um uns.

"Panta rhei" - alles fliesst, das wussten bereits die griechischen Philosophen: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer sich schnell um die eigene Achse rotierenden Kabine eines sich drehenden Riesenrades. Die Kabine torkelt wie ein Kreisel, das Riesenrad eiert wie ein Fahrradreifen mit einer Acht. Dies ist die Situation unserer Erde: Innerhalb von 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden dreht sie sich einmal von West nach Ost (rotierende Kabine), in einem Jahr umkreist sie die Sonne (sich drehendes Riesenrad), die Bahn ist oval (eierndes Riesenrad) und gleichzeitig beschreibt die Erdachse in 27.500 Jahren einen Kreis (torkelnde Kabine). Der ganze Jahrmarkt rast mit der gewaltigen Geschwindigkeit von 250 km/Sek. um das Zentrum unserer Galaxis. "Panta rhei" - alles fliesst!